INHALTE

Cosa - Broma

Kaum noch erkennbar sind die Spuren der Vergangenheit. Die Putzritzungen an der kulturhistorisch wertvollen Brohmer Feldsteinkirche aus dem 13. Jh. sind fast völlig verschwunden. Das germanische Gräberfeld und die Turmhügel in den Gutsparks hat sich die Natur mit Recht zurückgeholt. Alte frühgeschichtliche Siedlungen sind überpflügt und überbaut worden. Wertvolles historisches Quellenmaterial ging durch den Dreißigjährigen Krieg verloren. Die Ietzten Landarbeiter sind verstorben oder schon zu alt, um noch berichten zu können. Allmählich verlieren die Dörfer ihre Identität und ihre traditionell gewachsenen „Gesichter". Der Kultur- und Heimatverein Brohm e.V. versucht auf vielfältige Weise, ein Bewusstwerden des kulturellen Erbes anzuregen. So z.B. aufmerksam zu machen auf diese seit 3000 Jahren von Menschen geprägte KulturIandschaft - nicht nur auf die bronzezeitliche,
germanische und slawische Besiedlungen, sondern auch auf gutsherrschaftliche Zeiten, auf die Nachkriegszeit mit den Schicksalen von Vertriebenen und auf die Schwierigkeiten des Neuanfangs nach dem 2.Weltkrieg.
Wesentliches der Dorfgeschichte wird dabei immer in historischen Zusammenhängen des Landes Stargard und Mecklenburgs gesehen. 

Durchdacht, gefühlt, empfunden

Friedrich ist sperrig. Er verweigert sich dem schnellen Zugriff. Statt eines verbalen, analysierenden Zerpflückens des Werkorganismus´ findet durch die Teilnahme des Betrachtenden und seine „aktive" Mitwirkung eine echte Begegnung mit Leben und Werk Caspar David Friedrich statt.
Empfindsam versuchen Kinder, Studenten, Lehrer und Künstler, sich aus ihrem heutigen Zeitgefühl dem romantischen Künstler zu nähern. Sie beschreiben ihre ganz verschiedenen Vorhaben, gestalterischen Ideen und kunstpädagogischen Prozesse.
Kunsthistorische Texte und die biografische Einbindung Friedrichs in seine Zeit ermöglichen interdisziplinäre Zugänge. 
So kann das Buch Anregungen für künstlerische Prozesse, romantische Erberezeption sowie Lehr- und Lernprozesse bieten - hilfreich also für Kunst- und Museumspädagogen, Kultur- und Sozialpädagogen und für eine an der Persönlichkeit Friedrichs und seinem Werk interessierte Öffentlichkeit. 

Mal was anderes

Die Arbeit fasst Ergebnisse und Untersuchungen einer Pilotstudie mit Studierenden zusammen, die in den Jahren 1995 bis 2000 im Bereich Kunstpädagogik/ Fachdidak-tik am Caspar-David-Friedrich-Institut der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald stattfand. Als Projektstudium in chirurgischen Kliniken und der Kinderkrebs-station der Universität, einer Behindertenwerkstatt, des Berufsbildungswerkes in Theorie-Praxis-Seminaren mussten die Studenten neben der Pädagogik, der Medizin, der Psychologie, der Rehabilitation, der Prävention, der Sozialpädagogik unter-schiedliche Wissenschafts- und Arbeitsfeldbezüge zu Kunst und Fachwissenschaft selbständig herstelIen.
Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Nähe zu therapeutischen Prozessen nicht von Anfang an beabsichtigt war. Das ergab sich durch den Charakter und die Struktur der verschiedenen Praktikumseinrichtungen bzw. die damit verbundenen Aufgaben.
Empirische Untersuchungsergebnisse Iiegen in Form von Belegarbeiten, Praktikumsberichten, Magisterarbeiten und als Originale, die z.T. schon in Ausstellungen der Öffentlichkeit präsentiert wurden, vor.
Zentrale Fragestellungen der Untersuchungen und dieses Lehr und Studienmaterials sind :
- Besonderheiten der kunstpädagogischen Prozesse, relevanter Konzepte und 
Arbeitsweisen mit verschiedenen
  Zielgruppen
- gestalterischer Ausdruck im Vergleich zwischen Normalität und Sonderentwicklung
- GrundIagenwissen zur Spezifik der verschiedenen Zielgruppen und diesbezüglich 
weiterführende/vertiefende Literatur - ausgewählte Fallstudien und entsprechende, die Sachverhalte erhellende Abbildungen.
Als Lehr- und Studienmaterial gedacht, das in dieser geplanten Form noch nicht existiert, wird es vor allem der fachwissenschaftlichen Ausbildung, dem Selbststudium, bzw. der Praktikumsvorbereitung der Magisterstudenten Kunstpädagogik dienen.

Sichtweisen 

 "Kunst ist die Transformation der Natur im schaffenden Geist, und eben diese Umbildung ist der schöpferische Akt des Geistes der die Kunst begründet. Das Kunstwerk ist also transformierte, verfestigte Natur, unendlich mehrt als Abklatsch und Wiedergabe derselben" (Otto Maurer).
Das Credo der "Kleinen Galerie Brohm, die nunmehr zehn Jahre existiert, wäre nicht besser auszudrücken.
Bilanzierend gestattet die Festschrift "Sichtweisen" Einblicke in eine abwechslungsreiche Ausstellungstätigkeit mit Malerei, Grafik, Fotografie und Design in einer kleinen Gemeinde, die seit Jahren zur Stadt Friedland gehört. Das Ausstellungskonzept orientiert sich mit bescheidenen Mitteln an der Spezifik realistischer und abstrakter Kunstauffassungen in der Gegenwartskunst. Als mögliche Anregung gedacht, zeigen Abbildungen und beschreibende Texte bewusst die bildnerischen Vorgehensweisen des Einzelnen, ohne auf Werdegang und Lebenslauf einzugehen. Gedruckt wurde diese Broschüre nicht nur als Würdigung für die ausstellenden Künstler, sondern auch als Dank für ihre uneigennützige Arbeit.

Sichtweisen 2

Die Broschüre Sichtweisen 2 bilanziert die letzten 10 Jahre der Ausstellungsgestaltung in einer bescheidenen Dorfgalerie, der Gaststätte "Brohmer Berge", und ist somit als eine Fortsetzung von Sichtweisen gedacht. Auch in dieser Broschüre werden einige Bildbeispiele aus der Präsentation in der Galerie durch einen relativ kurzen Text ergänzt. Leider kann diese notwendige Kürze nicht immer den Werken der Künstlerinnen und Künstler vollständig gerecht werden. Manchmal mussten sich die Verfasser auf die Unterschiede zu anderen Künstlern bzw. Fotografen beschränken. Dabei wurde Wert auf das Besondere, Neue oder auch Einmalige des Gestalterischen jedes Einzelnen gelegt. 
Inhaltlich und konzeptionell hat sich nichts geändert. Realistische und abstrakte Kunstauffassungen dienen nach wie vor als Orientierung.
Die Freude über anerkennende und dankende Worte unserer Besucher ermutigen zum Weitermachen.

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